Bedrohte Eisbären brauchen dringend Schutz!

Hauptbedrohung für die Eisbären ist die Erderwärmung und das Abschmelzen des Packeises am Nordpol. Dies zwingt unter anderem die Eisbären dazu, auf ihren Beutezügen weiter nördlich vorzudringen. Da jedoch das Packeis früher aufbrechen wird, werden sie wiederum gezwungen sein, früher auf das Festland auszuweichen. Als Folge davon werden sie daran gehindert, genügend Robbenfleisch für die winterliche Futterreserve zu jagen.

Die Eisbären sind auch gezwungen, immer weitere Strecken schwimmend zurückzulegen. Es ist keine Seltenheit mehr, Eisbären im offenen Wasser anzutreffen. Eisbären sind zwar gute Schwimmer, doch dürfte das Schwimmen einiges mehr an Kraft und Energie verbrauchen als das Laufen über das Eis. So wurden vor einem Jahr im offenen Meer, 70 Kilometer vor der Küste Alaskas, eine Gruppe von neun Eisbären gesichtet. Bei so weiten Distanzen besteht die grosse Gefahr, dass die Eisbären ertrinken, bevor sie die Küste erreichen.

Eine weitere Gefährdung des Eisbären ist die trophäenjagd und der internationale Handel mit Fellen und Jagdtrophäen.

Der Bestand der Eisbären wird weltweit auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. Gemäss Berechnungen von Wissenschaftlern könnten in 100 Jahren etwa 80 Prozent von diesen Tieren verschwunden sein. Mit dem rasanten Abschmelzen des arktischen Packeises reduziert sich der Lebensraum der Eisbären, sie verlieren damit nicht nur ihr Jagdrevier sondern auch ihre Kinderstube. Bereits jetzt sind zwei Drittel der untersuchten Bestände rückläufig; 2005 war es noch ein Viertel. Dennoch werden jedes Jahr Hunderte Eisbären für den kommerziellen Handel gejagt – mit steigender Tendenz: 563 Eisbärfelle und 138 Jagdtrophäen wurden alleine im Jahr 2007 verkauft, vor allem nach Japan und Europa. Die meisten Tiere stammen aus Kanada, obwohl dort mehr als die Hälfte der Eisbärbestände rückläufig sind. Grönland hat zwar 2008 die Ausfuhr von Eisbärfellen ausgesetzt, plant aber, den Handel wieder aufzunehmen und hat alleine dieses Jahr 130 Tiere zum Abschuss frei gegeben. Alle übrigen Herkunftsstaaten (USA, Russland und Norwegen) verbieten bereits, dass Eisbärenfelle zu kommerziellen Zwecken ausgeführt werden.

Um diese Gefahr einzudämmen, hat die USA nun beantragt, den Eisbären unter den strengsten Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens zu stellen. Stimmt die Staatengemeinschaft an der Konferenz vom 13. bis 25.3.2010 in Doha, Katar zu, wird jeglicher kommerzieller Handel mit Eisbären verboten.

Als Teil des Species Survival Networks setzt sich OceanCare dafür ein, dass die Eisbären den höchsten Schutzstatus erhalten.  Weiter zum SSN Briefing

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