EU soll die Fischereipolitik drastisch ändern

2010 will die EU die Weichen für die Fischereipolitik neu stellen. Die Alllianz OCEAN2012 bei der OceanCare Mitglied ist, hat Ende Dezember 2009 der EU konkrete Vorschläge für die Reform der Fischereipolitik unterbreitet mit dem Ziel die Überfischung der Meere zu stoppen, denn 80 Prozent der kommerziell interessanten Fischbestände sind überfischt. Nach Jahrzehnten verfehlter Fischereipraxis soll künftig der Erhalt der Fischbestände und der marinen Biodiversität im Vordergrund stehen. Die Fangquoten müssen den wissenschaftlichen Kriterien entsprechen und bei der Vergabe muss das Vorsichtsprinzip angewendet werden. Neu darf der Beifang nicht mehr ungenutzt ins Meer zurück geworfen werden, sondern soll mit den Fangquoten verrechnet. Zudem müssen Massnahmen zur Reduktion des Beifangs ergriffen werden. Nicht zuletzt soll die EU auch die Kontrolle und den Vollzug der Fischereigesetze verschärfen. Ökologische Mindestanforderungen sollen auch für die rasch wachsende Aquakultur Industrie geltend gemacht werden. Diese sollen Auflagen zu den Haltungsbedingungen der Fische sowie den Einsatz von Medikamenten- und Pestiziden und zur Fütterungspraxis beinhalten. Des weiteren soll die Subventionierung der Fischerei gestoppt und die Flottenkapazität abgebaut, sowie Auflagen für Fischereiaktivitäten ausserhalb Europäischen Gewässern erlassen werden.

Nur durch eine solch drastische Änderung der Fischereipolitik kann die Plünderung der Meere gestoppt und die marine Biodiversität geschützt werden. Dass die EU dies im UNO Jahr der Biologischen Artenvielfalt an die Hand nimmt, hat positive Signalwirkung.

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