Vom 2. bis 4. März verhandelt eine Arbeitsgruppe der Internationalen Walfangkommission in Florida/USA über die Zukunft der IWC. Auf den Traktanden steht ein Kompromissvorschlag, welcher die Errungenschaften der letzten 25 Jahre zum Schutz der Wale zunichte machen würde. Die Walfangländer Japan Island und Norwegen würden für deren Missachten des Walfangverbots gar belohnt.
In den letzten Monaten hat eine “Unterstützergruppe” aus zwölf Ländern den vorliegenden Kompromissvorschlag zwischen den Interessen der Walschutz- und Walfangländer erarbeitet hat. Wenn dieser in der IWC-Arbeitsgruppe in Florida (2. bis 4. März) weiter ausgearbeitet wird, wäre dies richtungsweisend für die IWC-Jahrestagung, die im Juni darüber abstimmt. Dies könnte für die Wale fatale Folgen haben.
Ende des kommerziellen Walfangverbots von 1986 droht
Der vorliegende Kompromissvorschlag würde das seit 1986 geltende Moratorium der IWC aufheben. Der Vorschlag sieht zwar vor, das Moratorium formell zu erhalten; aber die IWC würde gleichzeitig kommerzielle Fangquoten genehmigen.
Grünes Licht für Walfang im Antarktis-Schutzgebiet
Der Vorschlag sieht zudem vor, ausgerechnet in dem 1996 eingerichteten Antarktis-Schutzgebiet, wo sich die wichtigsten Nahrungsgründe der Wale befinden, kommerzielle Walfangquoten erteilen. Als vermeintliches Zugeständnis an die Walschutzländer ist die Einrichtung eines südatlantischen Schutzgebietes geplant, wo schon heute kein Walfang stattfindet.
Japan wird ermuntert, ein neues Fabrikschiff für Antarktiswalfang zu bauen
Japans Fabrikschiff, die “Nisshin Maru”, wurde 2007 durch ein Feuer stark beschädigt und nur provisorisch repariert. Die Regierung steht derzeit – inmitten der Wirtschaftskrise – vor der Entscheidung, Millionen in ein neues Fabrikschiff zu investieren. Ursprünglich zielte der Kompromissvorschlag auf ein “Phase-Out” des japanischen Walfangs in der Antarktis ab. Stattdessen wird Japan eine kommerzielle, von der IWC legitimierte Quote in Aussicht gestellt, was die Entscheidung für ein neues Fabrikschiff geradezu forciert und den Walfang in der Antarktis auf Jahrzehnte manifestieren würde.
In einem Schreiben an die Schweizer Delegation an der IWC fasste OceanCare die gefährlichsten Elemente des Kompromissvorschlags zusammen und bat darum, dem faulen Kompromis nicht zuzustimmen. Statt weiterer Zugeständnise an die Walfangländer sind Sanktionsmöglichkeiten der IWC gefordert, um endlich Verstösse der Walfangländer ahnden zu können.
Schlagworte: fauler Kompromiss, Walfangmoratorium in Gefahr