Koalition von 83 Organisationen, darunter auch OceanCare, unterstützt Vorschläge zur Aufnahme von acht Haifischspezies in CITES-Anhang II.Die Frage um den Schutz von acht Haifischspezies – Dornhai, Heringshai, Ozeanischer Weißspitzenhai, Bogenstirn-Hammerhai, Großer Hammerhai, Glatter Hammerhai, Schwarzhai und Sandbankhai –, die im Rahmen des internationalen Handels sehr begehrt sind, wird auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen für den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES – Convention on International Trade in Endangered Species) diskutiert.
Die Shark Alliance ersucht die am Meeting teilnehmenden Abgeordneten der 175 Mitgliedsregierungen, einer Aufnahme dieser bedrohten Haifischspezies in den CITES-Anhang II zuzustimmen. Ein solcher Schritt wäre mit Exportgenehmigungen für den gesamten internationalen Handel sowie Beschlüssen verbunden, dass der jeweilige Handel legal ist und sich nicht negativ auf das Überlegen der Spezies auswirkt.
Die meisten Haifischarten sind außerordentlich anfällig gegenüber Überfischung, da diese langsam wachsen, erst spät geschlechtsreif werden und nur wenige Jungtiere hervorbringen. So dauert beispielsweise die Trächtigkeit des Dornhais knapp zwei Jahre, und Heringshaie bringen pro Wurf nur etwa vier Jungtiere zur Welt.
„Haie sind außerordentlich empfindliche Tiere und die für die CITES-Aufnahme vorgeschlagenen Spezies sind durch den internationalen Handel besonders stark gefährdet“, sagte Heike Zidowitz, Vorsitzende der Deutschen Elasmobranchier-Gesellschaft und Leiterin der Shark Alliance Delegation während des CITES-Meetings. „Es ist höchste Zeit, dass wir Haie nicht mehr als bloße Handelsgüter, sondern als frei lebende Tiere ansehen und mithilfe dieses Wildtier-Abkommens den einträglichen Haifischhandel kontrollieren.“
Angeführt von Deutschland, reichte Schweden – mit Unterstützung anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und Förderung des pazifischen Inselstaates Palau – formelle Vorschläge zur Aufnahme des Heringshais und des Dornhais ein.
Heringshai und Dornhai, von der Weltnaturschutzunion (IUCN – International Union for Conservation of Nature) als Stark gefährdet im Nordwest-Atlantik und als Gefährdet weltweit eingestuft, sind in erster Linie aufgrund der starken Nachfrage nach ihrem Fleisch gefährdet, welche den internationalen Handel antreibt. In Europa, insbesondere in Frankreich, zählt das Fleisch des Heringshais zu den wertvollsten Haifisch-Fleischsorten, während das Fleisch des Dornhais stärker verbreitet ist und in den meisten britischen Fish&Chips-Geschäften auf der Speisekarte steht.
Die USA und Palau schlagen die CITES-Aufnahme des Ozeanischen Weißspitzenhais, der von der IUCN als weltweit Gefährdet eingestuft wird, und des Bogenstirn-Hammerhais vor, als weltweit Stark gefährdet eingestuft. Der Große Hammerhai, der Glatte Hammerhai, der Sandbank- und der Schwarzhai wurden zu letzterem Vorschlag hinzugefügt, da die Flossen dieser Spezies denen des Bogenstirn-Hammerhais sehr stark ähneln.
Die Flossen des Hammerhais sind sehr begehrt für die traditionelle asiatische „Haifischflossensuppe“. Da ihr Fleisch allgemein als ungenießbar gilt, werden Hammerhaie häufig Opfer des sogenannten „Finning“ (Abtrennen der Flossen und Zurückwerfen der übrigen Haifischteile ins Meer). Die starke Nachfrage nach den Flossen bildet auch die treibende Kraft hinter dem Rückgang der Ozeanischen Weißspitzenhaie.
„Wir gratulieren Palau, den USA und Schweden für ihre nachdrücklich verfechteten Vorschläge zur Aufnahme kommerziell wertvoller Haifischarten in CITES-Anhang II“, sagte Matt Rand, Koordinator der Shark Alliance und Direktor der Global Shark Conservation der Pew Environment Group. „Wir bitten auch die übrigen CITES-Mitglieder, die vorgeschlagene Aufnahme dieser 8 Haifischspezies in Anhang II zu unterstützen, bevor es zu spät ist.“
Das Positionspapier der Shark Alliance und nähere Informationen über die vorgeschlagenen Haifischspezies finden Sie auf der Website http://www.sharkalliance.org
Videoclip über Haie und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind.
Schlagworte: Haie, Haischutz, Shark Alliance