Fischerei und Lärm bedrohen Wale

In Stralsund findet vom 22. bis 24.3.2010 die Tagung der European Cetacean Society (ECS) statt. Dort beraten 450 Walforscher aus 34 Ländern – darunter auch Silvia Frey von OceanCare – über aktuelle Forschungsergebnisse. Fischerei, Unterwasserlärm, Umweltzerstörung und der Klimawandel bedrohen zunehmend Wale weltweit. Offiziell gelten 30 Arten, Unterarten oder Populationen als extrem gefährdet.

Nach Einschätzung von Forschern ist die Zahl der bedrohten Arten und Populationen jedoch doppelt so hoch, wie der amerikanische Walforscher Bernd Würsig am Montag zur Eröffnung der 24. Jahrestagung der ECS  in Stralsund sagte. Als besonders gefährdet geltenverschiedene Flussdelphin-Arten in Südasien und der Ostsee- Schweinswal.

Auch Grosswale wie der bis zu 18 Meter lange Nordkaper in Nordatlantik und Nordpazifik seien stark gefährdet. Nach dem massenweisen Fang bis Mitte des 20. Jahrhunderts hätten sich diese Bestände nicht mehr erholen können. Beim Nordkaper im Nordatlantik würden nur noch 300 Tiere gezählt, darunter ganz wenige weibliche.

Die Forscher forderten die Politik zum stärkeren Schutz der Meeressäuger auf. Man dürfe nicht immer warten, bis weitere Daten vorliegen, sagte Würsig von der Texas A&M-University in Galveston. Der Chef des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, beklagte, dass es noch immer viel zu lange dauere, bis Forschungsergebnisse in gesetzliche Vorschriften und dann auch praktisch umgesetzt würden. Die grössten Bedrohungen für den in Nord- und Ostsee lebenden Schweinswal seien Fischernetze, in denen die Meeressäuger als Beifang verenden, und der Unterwasserlärm durch den Bau von Windparks vor den Küsten.

Schlagworte: ,

Kommentieren