Die IWC hält den Atem an

Die Vollversammlung der IWC wurde heute bereits kurz nach der Eröffnung für eineinhalb Tage unterbrochen. Der Grund dafür ist nicht etwa der auf der OceanCare Homepage erwähnt Korruptionsskandal, sondern der Kompromissvorschlag über die Zukunft der IWC. Der Vorsitz bemerkte, dass weitere intensive Verhandlungen zwischen den Kommissären der Mitgliedsstaaten notwendig sind, um einen Vorschlag auszuhandeln, der für sämtliche Parteien annehmbar ist. Diese Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt.

Weiter hat der Vorsitz ausgeführt, dass dies zwar eine ausser-gewöhnliche Situation darstelle, weitere Verhandlungen aber unabdingbar seien, um die selbst auferlegte Pflicht zu erfüllen, die Blockade innerhalb der IWC zu lösen. Dies soll auch als Zeichen dafür verstanden werden, wie wichtig dieses Thema genommen wird.

Eine Bemerkung am Rande: Der Vorsitz der diesjährigen Tagung (Anthony Liverpool), der im Zentrum des erwähnten Korruptions-skandal steht, ist der eigentliche Vize-Vorsitz der IWC, der den Vorsitz hier in Marokko vertritt.

Nun wird also unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Erst am Mittwoch wird die Versammlung wieder für sämtliche Teilnehmer der Tagung geöffnet. Dies ist aus Sicht der Organisationen, die sich für den Schutz der Wale einsetzen, äusserst deprimierend, da praktisch nichts unternommen werden kann, um die weiteren Entwicklungen zu beeinflussen. Zudem hinterlässt es einen schalen Beigeschmack, wenn solch wichtige Themen immer nur hinter verschlossenen Türen, ohne Beobachter oder Presse diskutiert werden. Den NGOs bleibt somit nicht viel anderes übrig, als abzuwarten und darauf zu hoffen, dass der neue Vorschlag eher dem entspricht, was sie sich erhoffen würden.

Die einzige Neuigkeit von der ich heute Berichten kann ist, dass seit der letzten Tagung drei neue Staaten beigetreten sind. Es sind dies Ghana, die Dominikanische Republik und Bulgarien.

Heute Abend nun steht ein Empfang des Ministeriums für Agrikultur und marine Fischerei von Marokko auf dem Programm sämtlicher Teilnehmer der IWC. Ich muss mich deshalb langsam auf den Weg machen und melde mich morgen an dieser Stelle wieder mit den Neuigkeiten des Tages.

Liebe Grüsse

Euer Andreas Welti

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2 Kommentare zu “Die IWC hält den Atem an”

  1. Danke für den super Bericht Andreas. Das ist in der Tat frustrierend und alles andere als transparent. Zudem sind die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen nicht vereinbar mit dem wachsenden Bedürfnis der Partizipation der Zivilbevölkerung und völlig entgegen den Entwicklungen in anderen internationalen Foren. Bitte nicht den Mut verlieren und dran bleiben. Dass die NGOs nun eineinhalb Tage ausgeschlossen sind, bringt die Möglichkeit sich gemeinsam über wirksame Schutzmassnahmen zu beraten und Strategien zu entwickeln.
    Sigrid

  2. Aviva Padrutt sagt:

    Vielen Dank an Euch alle, die Ihr Euch an und um die IWC-Tagung einsetzt, damit diese monetär orientierte Organisation und vorallem deren Vertreter endlich begreifen, dass es gerade angesichts den Oelkatastrophen im Golf von Mexico als auch in Aegypten, nötiger denn je ist, das “Moratorium” aufrechtzuerhalten. Es gibt ja schon genügend haarsträubende Ausnahmen.

    Mögen die vielen Zuschriften& Petitionen, die Verantwortlichen zum richtigen Schritt und vorallem, zur ethisch richtigen Stimmabgabe bewegen.

    Aviva

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