OceanCare hatte mit Sigrid Lüber und Ingrid Overgard zwei Vertreterinnen am ICP Konsultativmeeting des UNO Seerechtsabkommens, das vom 21. Bis 25. Juni 2010 an der UNO in New York tagte. Die Konferenz fokussierte auf Möglichkeiten der Kompetenzerweiterung in Meereswissenschaften bei Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten.
OceanCare vertrat am ICP Meeting auch die International Ocean Noise Coalition und thematisierte die Notwendigkeit der Kompetenzerweiterung bezüglich Unterwasserlärmverschmutzung und dessen Einfluss auf Meereslebewesen.
Schall ist für viele Meeresbewohner der wichtigste Sinnesreiz. Unter der Wasseroberfläche nimmt die Sicht rapide ab und verliert sich in der Tiefe ganz. Die meisten Meerestiere sind für Fortpflanzung, Nahrungsbeschaffung, Flucht vor Raubtieren und zur Orientierung unter Wasser deshalb auf Schall angewiesen. Unter Wasser breiten sich Schallwellen viel schneller aus, als an Land. Je nach Frequenz sind sie über hunderte, ja sogar tausende von Kilometern zu hören. Leider gilt das auch für den Lärm. Lärm kennt keine Grenzen, auch vor Schutzgebieten macht er nicht halt. Nicht nur die aktive akustische Orientierung wird durch den Lärm erschwert, auch das für Meerestiere überlebenswichtige passive Orten von Umweltreizen wird durch den höheren Hintergrundpegel zunehmend maskiert. Daraus resultiert eine verzerrte Wahrnehmung, die für die Bewohner der Meere unkalkulierbare Folgen hat.
Fische haben sehr empfindliche Hörorgane – äussere Trommelfelle und zur Wahrnehmung von Schwingungen niedriger Frequenzen die Seitenlinien – und können somit auch Gehörschäden erleiden. Wenn sie dem Lärm zu entfliehen versuchen, entvölkern sich mitunter ganze Gewässerzonen, mit entsprechenden Folgen für Menschen und Tiere, die sich von Fisch ernähren. Nachweislich betroffen sind unter anderem für die Fischerei wichtige Arten wie Thunfisch, Hering, Dorsch, Barsch, Seebrasse und Schellfisch. Studien belegen, dass die Fischfangquoten durch intensiven Lärm um 40 bis 80 Prozent einbrechen, weil die Fische abwandern oder sterben.
Es gelang dem Team Vertreter von 15 Mitgliedstaaten für die Kompetenzerweiterung zur Unterwasserlärmverschmutzung zu interessieren. Mehrere Staaten äusserten sich zum Thema. Auch OceanCare konnte sich im Plenum hierzu äussern.
Die Unterwasserlärmverschmutzung wird nun der UNO Generalversammlung zusammen mit mehreren anderen wichtigen Themen als Bereich zur Entwicklung von Infrastruktur und Manpower für die notwendige Kompetenzerweiterung vorgeschlagen.
OceanCare freut sich über diesen konkreten Schritt von der Aufklärung über die Probleme der Unterwasserlärmverschmutzung hin zur Quantifizierung der Probleme und möglichen Lösungsansätzen.
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[...] dem Lärm geschädigt. Dem Menschen ist vermutlich überhaupt nicht bewusst, dass der Lärm unter Wasser die gleichen Auswirkungen hat wie an Land. In den Städten gehen Vögel durch lauteres [...]