Archive für die ‘Allgemeines’ Kategorie

Endlich angekommen!

12. Dezember 2011

Gestern Morgen hatte ich, als ich im letzten Mondschein mit dem Rudern begann, zum ersten mal das Gefühl wirklich ganz angekommen zu sein. Also so vom Kopf her, meine ich. Soviel ist passiert in den letzten Tagen, doch einige kritische Situationen und zu viele unglaublich schöne Momente = Information Overload. Ein wenig neben mir stand ich, so ein bisschen jedenfalls. Wie in Watte gepackt. Aber gestern Morgen, nachdem dieser ganze erste Schwall an Adrenalin und Endorphine wohl verebbt ist, die Euphorie der Realität gewichen, ja, ich war endlich da wo ich hinwollte. Klar im Kopf, klar in den Träumen, klar mit meiner Umwelt. Ich bin bereit für Rohdaten, ungefiltert, grau nicht rosa – direkt und mit der langen Nadel ins Hirn. Die Träume sind sogar so klar, dass ich manchmal kurz an den Rudern einschlafe, träume, aufwache, und meine ich hätte ganz bewusst gedacht, nicht geträumt. Bewusstseinszustände gleichen sich einem Level, einem Pegel, an so scheint es. Hmmm, kompliziert. Na ja, muss man nicht verstehen. Mehr davon! – dass ist auch alles was ich im Moment davon verstehe!

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Geerdet

12. Dezember 2011

16 Tage braucht es also … 16 Tage bis die erste Euphorie vom Wind verweht wurde, und sich ständige Durchnässung, Schmerzen, Kälte draußen, Hitze drinnen, Grauer Himmel, Wind und Wellen zum ganz nüchternen Alltag erklären. Als ich heute Früh, noch gut gelaunt, die Luke zum Sonnenaufgang öffnete, und dem Meer einen guten Morgen wünschte, wurde ich freudig erwartet: Ein gewaltiger Schwall an kaltem Morgentau-Salzwasser wuchtete sich über die Bordwand in die Höhe, und spritze mir ins Gesicht. Die Schlafkabine sofort klatschnass. Das perfekte Timing – wie Kate Winslet in einem Benny Hill Film stand ich da, wartete nur noch auf den Oscar für den überragenden Gesichtsausruck.

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Bifröst, das Boot von Janice Jakait

08. Dezember 2011

Zwei Wochen auf See

08. Dezember 2011

Zwei Wochen auf See und alles rostet. Je edler das Metall, desto edler der Rost. Plane schon eine neue Karriere als Rost- und Salzverkäuferin. Sehe gerade, dass sich meine superrostfreien Notmesser nun auch schon zerstäuben. Sollte ich jemals in einer Leine verfangen sein, und muss mich da rausschneiden – ich tippe ganz stark auf Blutvergiftung, die ich dann beim Versuch davontragen werde.

Na, was ein Humor heute. Dabei rauschen die Wellen doch mit besonders hohen und schicken Schaumkronen nach Südwesten heute. Sollte doch richtig gut drauf sein!? Aber ich hatte eine furchtbare Nacht, und eben schlägt nach dem Rudern die Müdigkeit gewaltig zu.

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Wind, Wind, Wind

06. Dezember 2011

Wieder 20 Knoten Wind heute. Auch wenn die Richtung passt, das Rudern ist eine Katastrophe. Das Boot rollt in den Wellen, und die Rudergriffe schlagen mir regelmäßig die Oberschenkel blau, wo wieder eine Welle die Blätter noch oben reißt. Nicht immer kann man rechtzeitig korrigieren, da das Boot schnell auf 90° rollt, und entsprechend auf der anderen Seite nachpendelt. Bekommt man an Backbord das Ruder noch aus dem Wasser, schlägt es sofort an Steuerbord ein. Und während man sich ärgert und auspendelt, bricht auch gleich die nächste Welle über das Schandeck und grüsst nass und kalt. Wellenhöhe im Moment aber relativ klein bei dem Wind. Schätze 3 Meter.

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